Neonsquare hat geschrieben:Ich kann den Autor ein wenig verstehen. Wem von uns ging es wohl nicht so, dass man bei PhotoLine selbst nach beträchtlicher Zeit immer wieder erstaunliche Perlen finden kann. PhotoLine ist wohl der Eisberg unter den Bildbearbeitungsprogrammen.
Sehr wohl gesprochen. Aber wie ist das mit den Eisbergen: Sie werden kurz erwähnt und dann sprechen alle über das Schiff, dass sie versenkt haben...
Die Unterhaltung „Dokumentation“ findet sich hier im Forum öfters. Und jedes mal dauert es nur ganz wenige Einträge, bis es um irgend welche technischen Details und Kniffe geht, die zwar
irgendwie grob in das Thema passen, aber sich letztendlich nur um das spezielle Problem eines einzelnen drehen. Was im c´t Bericht bemängelt wurde, hat mich letztendlich gar nicht interessiert, weil das nicht meine Baustellen sind. Aber - und das ist der Punkt, über den ich hier eigentlich sprechen will - in den bisherigen Kommentaren findet sich letztendlich nur eine Bestätigung dessen, was im Artikel bemängelt wurde: Die Doku ist mangelhaft.
Als Handbuchschreiber für diverse Softwareprodukte kann ich voll und ganz nachvollziehen, warum da keine große Energie und Motivation für eine Dokumentation vorhanden ist: Liest ja eh kein Schwein. In Software-Support-Centern gibt es nicht ohne Grund den „F1-Fehler“: Hilfe nicht gelesen. Allerdings ist in den Produkten der Mitbewerber meist eine Hilfe, die zumindest in Grundzügen weiterhilft oder sich nach gängigen Begriffen durchsuchen lässt. Das „Abwedeln“ als Beispiel beschreibt ein Kernproblem sehr gut:
Bildbearbeitung kommt ursprünglich aus der Photografie. Dort ist das „Abwedeln“ das schwenken eines Papiers unter dem Lichtstrahl, womit die betroffene Stelle nicht so stark belichtet - sprich: aufgehellt - wird. Ein Dachdecker, der in einem neuen Betrieb anfangen will und mitbekommt, dass man dort nach dem «Nagelklopfer» statt nach einem Hammer sucht, überlegt sich dreimal, ob er da wirklich anfangen will...
Vieles, worüber hier gescholten wird, ist doch eine selbsterfüllende Prophezeiung: Weil so wenig erklärt ist, ist PL oftmals ein Suchspiel, hat man was gefunden, liebt man das Teil heiß und innig, weil man selbst hat ja eine Lösung. Davon haben aber andere nichts, deshalb gibt´s kaum Foren, in denen PL eine Rolle spielt. Weils keine Foren gibt, gibt´s kaum Tipps. Weils kaum Tipps gibt, hühnert jeder vor sich hin, und wenn man sowieso rumhühnern muss, braucht man auch keine Hilfe. Prima, wir brauchen also keine.
Und Adobe verkauft den 42ten Aufguß eines Programms, in dem sich kaum Neues findet, lagert wichtige Funktionen in kostenpflichtige Plugins aus und lacht sich tot, weil sie schon wieder einen neuen Geldspeicher bauen müssen.
Vielleicht ist PL ja deshalb so gut, weil die Hubers keinen Geldspeicher haben. Aber da würde ich es gern drauf ankommen lassen; denn jeder muss von seiner Arbeit leben können. Und wer gute Arbeit leistet, sollte davon auch gut leben können. Dass man das auch „andersherum“ lesen kann, muss ich sicher nicht erläutern...
Grüße
NoSi
P.S. Da wo ich kann, habe ich schon Texte an die Hubers weitergeleitet; aber ich bin bei PL selbst "primär Anwender" und bin mir meiner "überwiegenden Produktunkenntnis" durchaus bewusst. Auch gibt es reichlich Werkzeuge in PL, bei denen ich nicht ansatzweise eine Idee habe, wofür ich sie brauchen kann - weil es keine Beispiele dafür gibt. Ich bin sicher, bei einigen schlummert erhebliches Zeiteinsparpotential, das sich mir womöglich nie erschließen wird.