MBG hat geschrieben: So 14 Jun 2020 19:59HEIF ist kein Format, sondern ein Container.
Damit ist ein Kernproblem schon benannt: Ein Container kann „alles Mögliche“ enthalten (s. deine Aufzählung) – was es für die Verarbeitung erheblich komplexer macht. Vor allem kann dieser Container dann auch JPEG-Bilder enthalten (was oft der Fall ist) – zumindest gewinnst du durch das Speichern als HEIF m.E. keinen Vorteil, denn er wird – von einem JPEG kommend – im Mittel eher größer als kleiner sein (weil ein container um das Jpeg gepackt werden muss). Außerdem ist es „so“ in vielen Fällen erst einmal unbrauchbar und muss wieder ausgepackt (Idealfall) oder konvertiert (potenzieller Qualitätsverlust) werden.
Ich habe mal gelernt, dass jede Konvertierung mit Qualitätsverlust verbunden ist. Daher ist es zweckmäßig, wenn es um Qualität geht, das Original zu behalten. In deinem Fall ist das ggf. eben auch HEIF/HEIC, aber weiter im Text…
MBG hat geschrieben: So 14 Jun 2020 19:59das sind in der IT nicht Jahrzehnte, sondern Jahrtausende.
… was für die Qualität des Formates spricht und dir einen Horizont eröffnet, welches deiner Bilder wahrscheinlich in 30 Jahren noch geöffnet werden kann – vorausgesetzt, es liegt als JPEG vor…
MBG hat geschrieben: So 14 Jun 2020 19:59Ich kann auch heute noch mit einem Ford Model T von Stuttgart nach München fahren
Eben. Lass uns in 15 Jahren mal über den aktuellen Tesla reden…
MBG hat geschrieben: So 14 Jun 2020 19:59ein Ford der Neuzeit ist dennoch um Längen besser.
Es hängt maßgeblich davon ab, worauf es dir ankommt. Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit wird der „Neuzeit-Ford“ ziemlich schlecht gegen das T-Modell abschneiden. Und im Stau kann das T-Modell auch locker mithalten. Bei einem Schaden kann ein (leidlich fähiger) Handwerker dir mit Sachen aushelfen, die „rumliegen“, beim „Neuzeit-Ford“ geht erst mal nix ohne aufwändige Diagnose. Fährt der noch, wenn er einen Plattfuss hat? Da werden doch sicher die Reifendruck-Sensoren Terror-Alarm auslösen…
MBG hat geschrieben: So 14 Jun 2020 19:59da es ein Standard ist
Zeit x Verbreitung = Standard – im Zitierten Wikipedia-Artikel steht diesbezüglich hier Anmerkenswertes:
»[…]kommt es nicht zu Inkompatibilitäten, da die Bilder in das breit unterstützte JPEG-Format umgewandelt werden[…]«
Ich bin ein (neudeutsch) „Best Ager“ und habe daher schon reichlich „Standards“ kommen und wieder verschwinden sehen. Daher konnte ich beobachten, dass JPEG bereits knapp ein Jahr nach seiner Veröffentlichung eine Norm (ISO/IEC 10918-1) war, wogegen HEIF/HEIC seit 20 Jahren weitestgehend irrelevant geblieben ist und deshalb auch keine Unterstützung existiert (
https://caniuse.com/#search=heif ), während ein „totgesagtes“ Format wie GIF (noch älter als JPEG) noch immer rund 25% Anteil an allen Bildern im Internet hat.
MBG hat geschrieben: So 14 Jun 2020 19:59iOS speichert seit 3 Jahren
Auf deinem „Zeitstrahl“ ist der „Anwendungsfall HEIF/HEIC“ demnach noch ein Neugeborenes. Bis zum Erwachsen werden kann noch eine ganze Menge schief gehen. Natürlich kann/sollte so ein Säugling auch Liebe erfahren, aber ob er ein Einstein oder Forrest Gump wird (Vergleich auf intellektueller Ebene), braucht es — s.o. — weiterhin die Faktoren Zeit x Verbreitung. Wenn dabei JPEG das Austausch-Format ist, könnten sich einige Fragen, warum sie das nicht gleich nehmen sollten…
MBG hat geschrieben: So 14 Jun 2020 19:59Was Android macht, weiss ich nicht und ist mir für Gerätewechsel auf Jahre hinaus egal
Android lässt mir die Wahl – ich könnte, wenn ich wollte (geräteabhängig) auch HEIF/HEIC speichern, allerdings würde das
meinen Workflow erheblich stören. Grundsätzlich setzt Android da tendenziell auf „Bewährtes“ statt auf „Neues“, weil das Abwärtskompatibilität sichert. Ich kann also problemlos mit einem Android 11-Telefon einem Android 4 Nutzer ein Bild schicken und der kann sich das auch anschauen. Wenn die regelmäßigen Presseberichte keine „Fake-News“ sind, sieht es in Sachen Abwärtskompatibilität dagegen bei Apple regelmäßig eher düster aus.
MBG hat geschrieben: So 14 Jun 2020 19:59Frage hier zielt darauf ab, Gründe zu erfahren, die ich bisher übersehen habe
Abgesehen vom m.E. Offensichtlichen: nein. Wobei „das Offensichtliche“ im konkreten Fall durchaus absolut irrelvant sein kann – daher ist das müßig.
Ich gebe lediglich noch zu bedenken, dass „richtige Langzeitspeicherung“ von Bildern durch Belichten auf Film (!!!) erfolgt. Das „Format“ ist das, was nach „auf Leinwand malen“ kam – also auf deinem Zeitstrahl aus dem Pleistozän.
Wenn es dir um „easy peasy exchange“ auf deiner (aktuellen!) Apple-Hardware geht: nimms!
Wenn du die Bilder deinen Enkeln zeigen willst, würde ich zumindest aktuell noch auf ein „bewährtes“ Langzeit-Format wie eben JPEG setzen.